Das ökumenische Friedensgebet auf dem Burghof

Zur Vorgeschichte
Am 20. März 2003 begann mit der Bombardierung ausgewählter Ziele in Bagdad der zweite Irakkrieg durch die US-Regierung Bushs. Sie begründete diesen als notwendigen Präventivkrieg, um einen angeblich bevorstehenden Angriff des Iraks mit Massenvernichtungsmitteln auf die USA zu verhindern. Dafür erhielt sie kein UN-Mandat des UN-Sicherheitsrats. Da im Irak keine Massenvernichtungsmittel und keine Beweise akuter Angriffsabsichten gefunden wurden, hat sich die Begründung des Irakkriegs als falsch erwiesen. Sie wird oft als absichtliche Irreführung der Weltöffentlichkeit bewertet. Als tatsächliche Kriegsgründe werden geopolitische und wirtschaftliche Interessen westlicher Staaten angenommen.

Die Haltung der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
"Du sollst nicht töten" ist das Urgebot der Bibel. "Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein", dekretierte 1948 der Ökumenische Weltrat der Kirchen und begegnete der antiken Lehre vom gerechten Krieg mit der Zielbestimmung des gerechten Friedens. Zur weltkirchlichen Maxime im Kalten Krieg wurde die Absage an "Geist, Logik und Praxis der Abschreckung". 2007 erklärte der Rat der EKD in seiner Friedens-Denkschrift: "Rüstungsexporte tragen zur Friedensgefährdung bei."  Friedensethisch hat sich die Kirche auf den Vorrang des Zivilen verpflichtet und ihr politisch-ethisches Leitbild vom gerechten Frieden erläutert: Schutz vor Gewalt, Förderung der Freiheit, Überwindung von Not, Anerkennung kultureller Vielfalt.

Das Friedensgebet in Bodelshausen
Auf Initiative von Irma Zell war die geplante und bevorstehende Invasion der USA und ihrer Verbündeten in den Irak für die evangelische, die evangelisch-methodistische und die katholische Kirchengemeinde Anlass, ab Februar 2003 jeden Donnerstag um 18 Uhr zu einem ökumenischen Friedengebet vor dem Rathaus einzuladen.

Als der zweite Irakkrieg im Mai 2003 durch Kapitulation des Hussein-Regimes „beendet wurde“, kamen die Verantwortlichen überein, das Bodelshäuser Friedensgebet weiterhin monatlich fortzusetzen, weil vom Frieden weder im Irak noch in anderen Krisengebieten der Welt die Rede sein kann. Um nur wenige zu nennen:
Afghanistan, Sudan, Tschad, Libanon, Elfenbeinküste, Libyen, Ukraine, Gaza und ganz aktuell die verzweifelten, von Terror, Hungersnot und Tod bedrohten Flüchtenden aus Syrien.

Was ändert ein Friedensgebet?
Die Zahl derer, die sich zum Gebet zusammenfinden ist oft klein und vielleicht fragen Sie sich, was so ein Friedensgebet wohl zu ändern vermag angesichts des Ausmaßes an Krieg und Zerstörung auf der Welt?

„Gebete ändern nicht die Welt. Aber die Gebete ändern Menschen und Menschen ändern die Welt“ - so Albert Schweitzer, denn „viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ (aus Afrika)

Herzliche Einladung zum Innehalten und Nachdenken – eine Viertelstunde im Monat und dann die Kraft zu schöpfen die kleinen Dinge zu tun, die beitragen, das Gesicht dieser Welt zu verändern.

Das ökumenische Friedensgebet findet jeweils am 1. Donnerstag im Monat um 18.00 Uhr statt.
Die Termine im Jahr werden gestaltet von den jeweiligen Kirchengemeinden.

Im November findet der ökumenische Friedensweg statt.