Hirschbachwasserfall, Bild Jürgen Ebert

Wochenspruch zum 2. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest 13. Juni 2021.:
Jesus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.    Matthäus 11,28


Liebe Mitmenschen,

mühselig und beladen – darunter kann man viel fassen. Mühselig wird das Leben durch Krankheit und Alter. Mühselig wird es durch mangelnde Chancen, durch einen schwierigen Start ins Leben, durch Stagnation in Bildung und Ausbildung. Beladen sind wir mit schwerem Schicksal, mit Schuld und Versäumnis gegenüber unseren Mitmenschen. 
Das Leben wird schwer, wenn wir uns ständig unter die Knute der Selbstoptimierung stellen, alles muss mehr werden, muss besser werden, muss optimiert sein: der Beruf, der Lebenslauf, das Einkommen, die Beziehung, die Kinder. Alles vorzeigbar. Und wo bleibe ich in diesem Hasten und Rennen? Wer fragt nach mir? Wer sieht meine Erschöpfung, meine Müdigkeit, meine Trauer, meine Verzweifelung?
Die Einladung Jesu lautet nicht: ich will euch alles abnehmen, heilen, ungeschehen machen. Jesus sagt: ich will euch erquicken. Erquicken, ein wunderbares Wort. Es bedeutet: Lebendig machen, wiederbeleben, erfrischen. Jesus zeigt uns eine neue Sicht auf das Leben. 
Seine Zuwendung orientiert sich nicht an Gesundheit, Alter oder Schönheit. Auch nicht an Erfolgskriterien wie Einkommen oder gesellschaftliche Stellung. Wichtig ist jeder einzelne Mensch. Bei Jesus finden wir Ruhe vor dem Druck der auf uns lastet. Dort erkennen wir was wirklich zählt im Leben. Die Liebe Gottes zu spüren, zu empfangen und weiterzugeben. So zu leben dass wir aufmerksam werden auf die Not der Menschen um uns her, und voll Vertrauen darauf, dass auch für uns gesorgt sein wird, in dem wir unsere Energie in Möglichkeiten stecken, das Leben für andere zu verbessern – in religiöser Sprache: an der Verwirklichung des Reiches Gottes zu arbeiten oder: andere zu erquicken.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche mit erquickenden Momenten und belebenden Begegnungen.

In einem Lied aus unserem Gesangbuch (EG 225) heißt es:
Komm, sag es allen weiter, ruf es in jedes Haus hinein! 
Komm, sag es allen weiter: Gott selber lädt uns ein.

 
Ihre Pfarrerin Charlotte Sander
 

.

zum mitsingen: Geh aus mein Herz

Das Gebetsläuten ist bei uns in der Sommerzeit um 20.00 Uhr. Unsere Landeskirche ruft zum abendlichen Gebet auf. So wollen wir gemeinsam ein Zeichen der Solidarität setzen und zu einem Moment des Innehaltens vor Gott einladen. Landesbischof July hat das wie folgt formuliert: „Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“
 
Als Zeichen der Verbundenheit kann eine Kerze ans Fenster gestellt werden.
Im evangelischen Gesangbuch finden sich dazu Abendlieder, Andachten und Gebete. 

Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir.
Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende, ich vertraue dir.
Kommen dunkle Schatten über die Welt, wenn die Angst zu leben mich plötzlich befällt:
Du machst das Dunkel hell…

zum mitsingen: Diesen Tag Herr