Blumenkasten

Wochenspruch 16. Mai 2021, 6. Sonntag nach Ostern – Exaudi - 

Christus spricht. Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehn.    Johannes 12,32

 

Liebe Mitmenschen,

das Himmelfahrtsfest liegt gerade hinter uns.  Ein freier Tag mitten in der Woche, ein freier Tag im Mai, gerade Recht zum Aufbruch ins Grüne. Über die letzten Jahrzehnte ist ein sogenannter „Vatertag“ daraus geworden, sprich eher ein „Männertag“ der „Männergruppen“ zu einem feucht-fröhlichen Ausflug lockt. Nun in Zeiten von Corona – undenkbar.

Vom Himmelfahrtsereignis so wie es biblisch überliefert ist, ist auch der Wochenspruch geprägt.  Für uns Heutige mühsam zu verstehen. Erhöht werden? Ein doppeldeutiger Begriff. Erhöht sind die Mächtigen, die Reichen und die Berühmten. Ein Thron steht erhöht, eine Bühne ist erhöht, von Oben herab werden die da Unten behandelt. Das Neue Testament greift diesen Zuschrieb der Hohen und Erhabenen auf und deutet ihn neu. Das Kreuz ist erhöht, ist aufgerichtet, ist erhoben. Der geschundene Christus ist jetzt „Oben“. Der, der ganz im Staub lag, ist nun der Erhöhte. Wichtig ist nicht mehr was einer hat oder darstellt. Wichtig ist, wer einer ist. Gott deutet unsere Wertmaßstäbe anders. An Weihnachten haben wir mit Maria gesungen: „Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf.“ (Lk 1,51-54). Ein anderer sitzt jetzt auf dem Thron, Jesus von Nazareth. Das „Himmelfahrtsgeschehen“ beendet die Bindung an Zeit und Raum, Christus wird allgegenwärtig. Für jeden erkennbar und begreifbar. Und auch für jeden ereichbar. Gott ist nicht fern. Er ist mitten unter uns.

In einem Lied aus unserem Gesangbuch (EG 121) heißt es:

Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,

dass wir nur trauen fest auf dich und durch dich leben ewiglich. Halleluja, Halleluja. 

 

Ihre Pfarrerin Charlotte Sander 

 

Das Gebetsläuten ist bei uns in der Sommerzeit um 20.00 Uhr. Unsere Landeskirche ruft zum abendlichen Gebet auf. So wollen wir gemeinsam ein Zeichen der Solidarität setzen und zu einem Moment des Innehaltens vor Gott einladen. Landesbischof July hat das wie folgt formuliert: „Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“
 
Als Zeichen der Verbundenheit kann eine Kerze ans Fenster gestellt werden.
Im evangelischen Gesangbuch finden sich dazu Abendlieder, Andachten und Gebete. 

Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir.
Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende, ich vertraue dir.
Kommen dunkle Schatten über die Welt, wenn die Angst zu leben mich plötzlich befällt:
Du machst das Dunkel hell…

zum mitsingen: Diesen Tag Herr

zum mitsingen: Gottes Wort ist wie Licht

zum mitsingen: Der Mond ist aufgegangen