Sonnenuntergang am Strand von Biarritz

Wochenspruch 2. August - 8. Sonntag nach Trinitatis –

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.                    Epheser 5,8b.9

Liebe Mitmenschen,

gerade können wir das Sommerlicht in Wärme und hellem Schein genießen und den meisten unter uns geht es ja gut damit, vorausgesetzt man übertreibt es nicht…. In der Medizin gibt es seit langem „Lichttherapie“ um die Immunkräfte zu stimulieren und „Glückshormone“ zu fördern.

In der Bibel zieht sich- wie in unserem schönen Wochenspruch zu lesen- das Lichtsymbol wie ein roter Faden vom Beginn der Schöpfung an durch: Weil Gott selbst Licht ist, soll der Mensch als Geschöpf Gottes auch wohltuendes Licht sein. In unserer dualistisch geprägten Wirklichkeit gibt es als Gegensatz zum Licht die Finsternis. Trotz vieler Erklärungsversuche bleibt es ein Rätsel, warum der Mensch, obwohl nach der Bibel als Ebenbild Gottes geschaffen, immer wieder die Finsternis sucht und zum Lichtsein ermuntert werden muss. Unverständlich bleibt dies auch, wenn man die Früchte des Lichtseins betrachtet: Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit, und wenn man sich im Gegensatz dazu mit vielen Missständen in unserer Welt auseinandersetzen muss, die man als Früchte der Finsternis bezeichnen kann: Gier, Ungerechtigkeit und Lüge. Der Epheserbrief weiß: Zu einem Kind des Lichts werde ich durch das Liebeshandeln Gottes in Jesus dem Christus. Ein Kind des Lichts bleibe ich und werde ich Tag für Tag immer mehr wenn ich – wie Christus- in und aus der Liebe lebe. Das kann dann alltäglich ganz spannend und praktisch sein, zB. mit der Frage: Welchen Gedanken und Gefühlen setze ich mich aus in der riesig gewordenen Informationsflut? Wie viele gute Nachrichten füllen mich und wie viel wohltuend lebensförderndes gebe ich weiter? Das müssen dann keine spektakulären Aktionen sein—es genügt die liebevolle Aufmerksamkeit im Licht Gottes für das was jetzt dran ist- für mich und meinen Nächsten.

In unserem Neuen Liederbuch „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder“ findet sich dazu ein schönes Lied: 

Durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell. Durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell. So hell soll auch die Erde sein, steht auf, steht auf, steht auf, so hell soll auch die Erde sein, steht auf! Durch das Dunkel hindurch führt ein neuer Weg. Durch das Dunkel hindurch führt ein neuer Weg. Der Weg wird unsre Zukunft sein, steht auf, steht auf, steht auf, der Weg wird unsre Zukunft sein, steht auf!

Ihr Pfarrer Jürgen Ebert

zum mitsingen: Durch das Dunkel hindurch

zum mitsingen: Geh aus mein Herz

Das Gebetsläuten ist bei uns in der Sommerzeit um 20.00 Uhr. Unsere Landeskirche ruft zum abendlichen Gebet auf. So wollen wir gemeinsam ein Zeichen der Solidarität setzen und zu einem Moment des Innehaltens vor Gott einladen. Landesbischof July hat das wie folgt formuliert: „Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“
 
Als Zeichen der Verbundenheit kann eine Kerze ans Fenster gestellt werden.
Im evangelischen Gesangbuch finden sich dazu Abendlieder, Andachten und Gebete, z.B. EG 671:

 

Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir.
Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende, ich vertraue dir.
Kommen dunkle Schatten über die Welt, wenn die Angst zu leben mich plötzlich befällt:
Du machst das Dunkel hell…

zum mitsingen: Diesen Tag Herr

zum mitsingen: Der Abend kommt

zum mitsingen: Der Mond ist aufgegangen