brennende Friedenskerzen

Wochenspruch 22. November - letzter Sonntag im Kirchenjahr  

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.    Lukas 12,35 

 

     

Liebe Mitmenschen,

   

die letzten Sonntage im Kirchenjahr thematisieren ernste Themen unseres Daseins: Leid, Schmerzen, Sterben und Tod. Am Ewigkeitssonntag (im Volksmund „Totensonntag“) gedenken wir der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres und zünden für sie und ihre Lieben ein Hoffnungslicht an. 

Im Wochenspruch, der aus einem Wachsamkeitsgleichnis Jesu stammt, werden wir dazu aufgerufen und ermuntert unsere Lichter brennen zu lassen. Jesus kündigt darin seine Wiederkunft zur Vollendung des Gottesreiches an. Er vergleicht sich mit einem Bräutigam, der seine Braut abholt. Seinen Mitmenschen war dieser Hochzeitsbrauch bekannt. Der Bräutigam bricht von seinem Elternhaus auf, zusammen mit seinen Freunden, um seine Braut in ihrem Elternhaus abzuholen. Es gibt keine konkrete Ankunftszeit für das Kommen des Bräutigams. Es gilt, sich bereit zu machen und geduldig zu warten, um dann bei der Hochzeitsfeier dabei sein zu können. Die brennenden Lichter symbolisieren Hoffnung und Vorfreude auf das große Versöhnungsfest im Reich Gottes. Der kommende Advent, der Beginn des Neuen Kirchenjahres, führt dieses gespannte hoffnungsfrohe Warten weiter mit bekannten Adventsliedern, wie zB.: „ Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern….“  Für alle, die um einen lieben Mitmenschen trauern, ist am Ewigkeitssonntag Hoffnung angesagt. Hoffnung, die über unser begrenztes Erdendasein hinausgeht. Hoffnung auf eine Neue Schöpfung, in der es kein Leid, keinen Schmerz und keine Trauer mehr geben wird. Jesus Christus steht für diese Neuschöpfung. In seinem Namen sind wir darin jetzt schon geborgen und gerettet.                                           

  

In einem Lied aus unserem Neuen Liederbuch „wo wir dich loben wachsen neue Lieder“ fand ich dazu befreiende Hoffnungsverse:

Vorbei sind die Tränen, das Weinen, der Schmerz, vorbei sind das Elend, der Hass und der Streit, 

das Neue wird sein, gibt uns neue Kraft, es ist da im Hier und im Jetzt. 

Vorbei ist die Herrschsucht, die fressende Macht, die drohenden Fäuste sind nicht mehr geballt,

das Neue ist da, gibt uns neue Kraft, es ist da im Hier und im Jetzt.

Gott wohnt bei den Menschen, die Zeit ist erfüllt, Gott wischt ab die Tränen, er tröstet, er lacht,

Gott macht alles neu, gibt uns neue Kraft, ist bei uns im Hier und im Jetzt.

Refrain: Himmel und Erde werden neu, nichts bleibt wie es ist.

Himmel und Erde bekommen ein neues Gesicht. 

   

Ihr Pfarrer Jürgen Ebert 

   

zum mitsingen: Vorbei sind die Tränen

Das Gebetsläuten ist bei uns in der Winterzeit um 19.00 Uhr. Unsere Landeskirche ruft zum abendlichen Gebet auf. So wollen wir gemeinsam ein Zeichen der Solidarität setzen und zu einem Moment des Innehaltens vor Gott einladen. Landesbischof July hat das wie folgt formuliert: „Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“
 
Als Zeichen der Verbundenheit kann eine Kerze ans Fenster gestellt werden.
Im evangelischen Gesangbuch finden sich dazu Abendlieder, Andachten und Gebete, z.B. EG 671:

 

Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir.
Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende, ich vertraue dir.
Kommen dunkle Schatten über die Welt, wenn die Angst zu leben mich plötzlich befällt:
Du machst das Dunkel hell…

zum mitsingen: Diesen Tag Herr

zum mitsingen: Der Abend kommt

zum mitsingen: Der Mond ist aufgegangen