Februarsträucher

Wochenspruch 28. Februar 2021 - 2. Sonntag in der Passionszeit Reminiszere -  

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.    Römer 5,8  

  

Liebe Mitmenschen,

die Passionszeit (Leidenszeit Christi) führt in die tiefsten Abgründe unseres Seins: Verzweiflung, Hilflosigkeit, Schmerzen, Tod und Verlassensein.

All das wird uns in existentiellen Krisen- wie jetzt seit über einem Jahr- besonders deutlich. Viele Mitmenschen erleben Passion, scheinbar ohne Ende. Es ist wichtig, bei Gott seine Fragen und Zweifel „ungeschminkt“ einbringen zu dürfen. Die Bibel erzählt in den Passionsgeschichten vom Mitleiden Gottes mit unserer Passion. Auch dann, wenn wir vielleicht gerade nichts von seiner Gegenwart spüren. Auch dann, wenn wir noch nicht die erhofften Antworten und Perspektiven erhalten. Jesus, der Christus, weiß der Apostel Paulus aus eigener Erfahrung, steht einzigartig für dieses Mitleiden Gottes mit seiner Schöpfung. Jesus geht stellvertretend unseren Weg, durch das Leid und den Tod ins Leben. Paulus bezeichnet zu Recht seine stellvertretende Hingabe als Zeichen der Liebe Gottes. Überschrieben ist das 5. Kapitel des Römerbriefs mit der Verheißung „Frieden mit Gott“. Der Apostel Paulus weiß: Wo wir im Vertrauen auf das Heilshandeln Jesu unseren Lebensweg gelassen und geborgen in die Hand Gottes legen, an jedem Tag neu, werden wir Frieden und Versöhnung finden mitten in der Passion, auf dem Weg ins Auferstehungslicht.

In unserem Neuen Liederbuch „wo wir dich loben wachsen Neue Lieder“ fand ich dazu: 

Dir, Gott, will ich vertrauen in schwerer Zeit.

Ich will auf Hoffnung bauen trotz Traurigkeit; 

will weinend doch klar spüren, wie du Kraft gibst.

Du wirst durch Dunkles führen, weil du uns liebst.


Dir, Gott, will ich Dank sagen für schöne Zeit,

für Glück in guten Tagen, für Leichtigkeit. 

Ich möchte nie vergessen, was uns gelang:

so reiche Interessen, so viel Gesang.


Dir, Gott, will ich auch klagen vertane Zeit,

die ungestellten Fragen und manchen Streit.

Nimm auf in dein Erbarmen versäumtes Tun.

Birg uns in deinen Armen, sei nahe nun.


Dir, Gott, in Tod und Leben gehört die Zeit.

Gib Kraft, nun herzugeben, schenk Ewigkeit.

Du Zuflucht im Erschrecken, du Trost allein.

Du wirst uns wieder wecken zu neuem Sein. 

Ihr Pfarrer Jürgen Ebert 

   

Das Gebetsläuten ist bei uns in der Winterzeit um 19.00 Uhr. Unsere Landeskirche ruft zum abendlichen Gebet auf. So wollen wir gemeinsam ein Zeichen der Solidarität setzen und zu einem Moment des Innehaltens vor Gott einladen. Landesbischof July hat das wie folgt formuliert: „Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“
 
Als Zeichen der Verbundenheit kann eine Kerze ans Fenster gestellt werden.
Im evangelischen Gesangbuch finden sich dazu Abendlieder, Andachten und Gebete. 

Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir.
Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende, ich vertraue dir.
Kommen dunkle Schatten über die Welt, wenn die Angst zu leben mich plötzlich befällt:
Du machst das Dunkel hell…

zum mitsingen: Diesen Tag Herr

zum mitsingen: Der Mond ist aufgegangen